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Umwelt-ZahnMedizin

Alle Krankheiten der Welt kommen von den Zähnen?

Nach und nach scheint sich der Grundgedanke dieser jahrhundertealten ‚Binsenweisheit’ durch neue Erkenntnisse der Medizin zumindest in einigen Bereichen zu festigen. Eine ausgefeilte Analytik (labortechnisch oder energetischer Natur) lässt inzwischen Zusammenhänge erkennen, die noch vor einigen Jahren als pure Spekulation abgetan worden wären. Auch und gerade in der Zahnmedizin wird die Belastung unserer Patienten durch einzubringende Materialien (Kunststoffe, Metalle, Zemente etc.) immer relevanter, weil diese Stoffe in der Regel 24h am Tag ununterbrochen mit unserem Körper in engstem, direktem Kontakt stehen.

Wie in der Humanmedizin der UmweltMediziner, so etabliert sich in der Zahnmedizin so langsam der
Umwelt-ZahnMediziner, der durch intensive Schulung darauf spezialisiert ist, in diesem Problemkreis kurativ oder präventiv einzugreifen.

Umwelt-ZahnMedizin - was ist das eigentlich?

Viele Menschen entwickeln aufgrund von Allergenen, Umweltschadstoffen oder auch Dentalmaterialien chronische Erkrankungen. Die Diagnose des meist diffusen Krankheitsbildes ist für den (Zahn-)Arzt nicht einfach zu erstellen. Mithilfe einer umfassenden Anamnese kann er den Ursachen auf die Spur kommen und durch eine weiterführende Diagnostik verifizieren. Die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin (GZM) hat ein interdisziplinäres Curriculum Umwelt-ZahnMedizin entwickelt. Dadurch bietet sie Ärzten aller Fachrichtungen mit ihrem Netzwerk Umwelt-ZahnMedizin die Möglichkeit, sich interdisziplinär auszutauschen und zu beraten.

Komplexe Krankheitsbilder wie fortdauernde Abwehrschwäche, chronische Erkrankungen im gesamten Körperbereich, z.B. Tinnitus oder auch chronische Müdigkeit können mehrere Ursachen haben. Ebenso psychische Problemkreise bis hin zur Depression. Oft liegen Belastungen durch diverse Schadstoffe vor, deren Wirkungen sich überlagern oder verstärken. Für den (Zahn-)Mediziner stellt dieser Zustand eine echte klinische Herausforderung dar. Ein erster Schritt ist eine umfassende Anamnese, die die Krankheitsquellen sondiert. Gerade Umwelt-ZahnMediziner haben eine Sicht auf den Menschen in seiner Gesamtheit. Diese ist notwendig, um im Patientengespräch mit gezielten Fragen die wesentlichen Ursachen zu erkennen.

Die Symptome können völlig unterschiedlicher Natur sein. Zu differenzieren sind zum einen lokale und regionale Störungen wie Zahnfleischbluten und Schleimhautrötungen in der Mundhöhle, zum anderen systemische Gesundheitsstörungen, Immunabwehrschwäche, chronische Schmerzen oder neurologische Störungen. All diese Beschwerden können durch Umweltschadstoffe wie auch durch dentale Werkstoffe hervorgerufen werden.

Metalle

Viele Sensibilisierungsreaktionen werden durch Metalle im Allgemeinen, und nicht nur durch toxische Schwermetalle wie Quecksilber, verursacht. Lokale wie auch systemische Entzündungen sowie Immundefizite können die Folgen sein. Der (Zahn) Arzt sollte daher nach allen im oder am Körper befindlichen Metallen fragen. Das spezielle Augenmerk liegt hierbei auf Dentallegierungen, metallhaltigem Schmuck oder Piercings, metallhaltigen Knöpfen oder Schnallen sowie in den Organismus eingebrachten Metallen (Schrauben, Klammern, Stents in der Gefäß- oder Unfallchirurgie). Auch der berufliche oder in der Freizeit praktizierte Umgang mit Metallen ist von besonderem Interesse und sollte erfragt werden.

Reaktionen auf Kunststoffe und Wurzelfüllmaterialien

Die Sensibilisierungsrate auf Kunststoffe wie Methacrylate nimmt in Deutschland zu. Man schätzt, dass inzwischen fünf Prozent der Bevölkerung auf diese Stoffe sensibilisiert sind – zumal für den Mensch nicht abzuschätzende Zwischenprodukte während der Verarbeitung entstehen. (Zahn-)Mediziner sollten daher immer nach Kompositen fragen. Unverträglichkeiten auf Wurzelfüll-Materialien sind ebenfalls möglich. Da hier sehr divers potentiell sensibilisierende Materialien wie Formaldehyd, Epoxyde, Metalle oder Kunstharze eingesetzt werden, sind relativ häufig Sensibilisierungsreaktionen zu beobachten.

Wurzelkanalbehandelte Zähne – ein Risiko?

-Tote Zähne können krank machen!- Diese alternativmedizinische Sicht auf wurzelkanalbehandelte Zähne, die sich mit einer ‚Volksweisheit’ deckt, bewahrheitet sich auch schulmedizinisch. Seit der effizienten und präzisen Bestimmbarkeit von Eiweißzerfallsprodukten (Thioether/Mercaptane), im Volksmund auch ‚Leichengift’ genannt, können immunologische (Entzündungs-) Reaktionen auf diese Stoffe im Körper auch labortechnisch nachgewiesen werden. Diese Reaktionen beschränken sich nicht auf die Umgebung des wurzelkanalbehandelten Zahnes sondern können sich in vielerlei nicht zuordenbaren Beschwerdebildern bemerkbar machen.

Vorbelastungen beachten – auch innerhalb der Familie

Vorbelastungen, zum Beispiel chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn, Psoriasis, rheumatoide Arthritis, Immundefekte oder bereits bestehende Allergien, können die Ursache, aber auch Folge der Überempfindlichkeits­reaktionen sein. Diese sollte der (Zahn-)Arzt daher unbedingt abfragen. Selbst wenn der Patient keine eigenen Vorbelastungen nennen kann, gibt es vielleicht bereits welche innerhalb der Familie. Für den Ursachen-Wirkungskomplex können diese Zusammenhänge von Bedeutung sein.

Fragen nach dem Wie, Wann und Wo

Um wichtige Informationen für die weiterführende Diagnose zu erhalten, sollten (Zahn-)Arzt und Patient die Beschwerden über einen längeren Zeitraum beobachten. Das Abklingen oder Verstärken der Symptome können nämlich entscheidende Hinweise über die Schadstoffe und deren räumlichen Verteilung liefern. Bessern sich die Beschwerden zum Beispiel im Urlaub? Hat der Patient seine Ess- und Lebensgewohnheiten in irgendeiner Form verändert? Auch das Wohn- und Arbeitsumfeld ist von besonderem Interesse und sollte mit berücksichtigt werden. Unser Vitalomed (PROGNOS®) – Diagnosesystem ist eine unschätzbare Hilfe bei der Erkennung dentaler Ursachen von unspezifischen systemischen Erkrankungen.

Ganzheitliche Sicht notwendig

Gerade bei Patienten mit Beschwerden unklarer Ursache werden vom (Zahn-)Arzt Spezialwissen und eine Sicht auf den Menschen in seiner Gesamtheit verlangt. Denn nur so kann er ihn umfassend betreuen und behandeln. Wunsch und Wirklichkeit, in diesem Falle die medizinische Ausbildung, klaffen jedoch weit auseinander. Die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin (GZM) hat daher das Netzwerk Umwelt-ZahnMedizin ins Leben gerufen, in dem sich Ärzte jeder Fachdisziplin austauschen und beraten können. In Kooperation mit dem Deutschen Bundesverband der Umweltmediziner hat die GZM das interdisziplinäre Curriculum Umwelt-ZahnMedizin entwickelt. Hier können sich Zahnärzte als Umwelt-ZahnMediziner qualifizieren und das entsprechende fachübergreifende Wissen erlangen.

Fragen Sie uns!

Als zertifizierter Umwelt – ZahnMediziner kann Herr Matthias Mergner M.Sc. unseren Patienten aufgrund erweiterter Betrachtungs- und Behandlungsweise systemischer Zusammenhänge durch die Beseitigung von Störfaktoren im Gebiss bei vielerlei chronischen und/oder allergiebedingten Beschwerden helfen.

Mitglied seit 01/2011 in der Internationalen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin

 

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